Von der Fassadengliederung bis hin zum Dekordetail sind neoklassizistische Vorbilder deutlich sichtbar. Gleichzeitig treten charakteristische Jugendstilelemente spürbar in den Vordergrund. So sehen 5 – 6 – Burgstraße 8 wir z.B. als stiltypische Eckbetonung direkt über dem abgeschrägten Ladeneingang an der Thomasstraße eine feenhafte Schönheit mit langem wallenden Haar, das in einen Apfelzweig übergeht. Der Apfel steht für Leben und ist Ausdruck weiblicher Kraft und Fruchtbarkeit. Ihr Kopfschmuck gleicht einem krönendem Kapitell. Dieses Relief spiegelt das Frauenideal des neuen Zeitgeistes wider. Man beachte unbedingt das auffällig farbenfrohe Fenster über der Fee. Bei näherer Betrachtung kann man die Initialen des Greizer Uhrmachers Max Liebers, des Bauherren, sowie das Baujahr erkennen. Der Balkon links daneben wurde 1934 angebaut. Am Giebel zur Marktstraßenseite befindet sich ein besonders schönes Marmorrelief. Wir sehen den antiken Gott Hermes. Bekannt als Schutzpatron der Handelsleute ist er häufig an gründerzeitlichen Villen und Geschäftshäusern dargestellt. Seine rechte Hand hält einen Anker, ein Symbol für weitreichende Handelsbeziehungen. Die Uhr weist auf das Handwerk des Hausherren hin.